Abgebrochener Vorderzahn: Das können Sie tun

Unfälle geschehen nun einmal, und wenn dabei die Mundpartie betroffen ist, kann es vorkommen, dass dabei ein Vorderzahn beschädigt wird. Der herzhafte Biss in eine gefrorene Speise, ein Stoß mit dem Ellenbogen beim Basketballspiel oder ein Sturz auf einem holprigen Gehsteig - all dies sind Situationen, bei denen Ihre Vorder- bzw. Schneidezähne verletzt werden können.

Wenn Ihr Vorderzahn gebrochen ist, sollten Sie unbedingt Ihren Zahnarzt aufsuchen – die Position und Schwere des Bruchs können Sie selbst nur schwer einschätzen. Manche Fissuren – auch als Haarrisse bezeichnet – sind nur oberflächlich und müssen nicht behandelt werden. Andere wiederum reichen bis unter den Zahnfleischrand – in diesem Fall muss der Zahn normalerweise ersetzt werden.

Bonding

Ein Zahnarzt hat mehrere Möglichkeiten, einen gebrochenen Vorderzahn wiederherzustellen. Durch Bonding, für das in der Regel ein Kompositharz verwendet wird, das Ihrer natürlichen Zahnfarbe entspricht, kann der Riss versiegelt oder gefüllt werden. Verglichen mit anderen Methoden zur Behandlung eines gebrochenen Zahnes ist dies diejenige, die am wenigsten kostspielig ist und die wenigsten Zahnarztbesuche erfordert. Auch wenn Ihr Zahnarzt Ihren Zahn mithilfe von Bonding bei nur einem einzigen Termin reparieren kann, ist dieses Material verglichen mit anderen Materialien weniger widerstandsfähig. Daher eignet es sich am besten für Zähne, die beim Beißen nicht so viel Druck aushalten müssen, wie z. B. die Vorderzähne.

Krone

Wenn der Riss sehr lang oder tief ist, aber nicht bis zur Wurzel oder unter den Zahnfleischrand reicht, könnte eine Krone im Vergleich zum Bonding die bessere Lösung sein. Kronen bestehen in der Regel aus Porzellan und bedecken den beschädigten Zahn, so dass dessen Form wiederhergestellt oder sogar verbessert werden kann. Möglicherweise empfiehlt Ihr Zahnarzt eine Krone für den Vorderzahn, wenn nicht mehr genug verwendbare Zahnsubstanz vorhanden ist. Wenn der Vorderzahn überkront wird, müssen Sie etwas mehr Zeit im Zahnarztstuhl verbringen und wahrscheinlich sogar mehrmals wiederkommen. Da eine Krone aber haltbarer ist als die Bonding-Methode, können Sie davon ausgehen, dass die Krone bei entsprechender Pflege länger hält.

Wurzelkanalbehandlung

Manche Risse sind nicht nur äußerlich, sondern verlaufen auch durch das Zahninnere. Wenn der Riss so tief ist, dass das Zahnmark unter dem Zahnschmelz und dem Dentin beschädigt ist, brauchen Sie wahrscheinlich eine Wurzelkanalbehandlung, um das entzündete Zahnmark zu behandeln und den Zahn zu retten. Ist eine Wurzelkanalbehandlung zur Rettung eines gebrochenen Zahns erforderlich, versieht der Zahnarzt den Zahn anschließend mit einer Krone. Dies mag sich schlimm anhören, ist jedoch nicht viel schlimmer als eine Füllung. Heutzutage ist die Behandlung auch relativ erträglich.

Implantat

Lässt sich ein gebrochener Zahn nicht mehr retten, muss der Zahnarzt den Zahn entfernen. Dies bedeutet aber nicht, dass Sie in der Folge eine Zahnlücke haben. Ein Kieferchirurg kann ein Implantat in Ihren Kiefer einsetzen, um die Wurzel des Zahnes zu ersetzen. Auf das Implantat wird dann eine Krone gesetzt, so dass das Endergebnis möglichst so wie Ihr ursprünglicher Zahn aussieht.

Ganz egal, für welche Behandlung Sie und Ihr Zahnarzt sich entscheiden – es ist wichtig, dass Sie den Zahn nach der Behandlung gut pflegen. Indem Sie Ihren wiederhergestellten Zahn zweimal am Tag mit einer fluoridhaltigen Zahnpasta putzen, schützen Sie ihn vor Karies. Sie sollten regelmäßig den Zahnarzt aufsuchen, um sicherzustellen, dass das Bonding, die Krone oder das Implantat in gutem Zustand bleiben.

 

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Infraktion (Cracked-Tooth-Syndrom)

Definition

Als Infraktion bezeichnet man einen Sprung oder Riss im Zahn, der entweder nur auf die Zahnkrone begrenzt ist oder aber die Wurzel mit einbezieht. Die Risse sind oftmals so klein, dass sei weder mit bloßem Auge noch auf einer Röntgenaufnahme zu erkennen sind. Am häufigsten sind Backenzähne betroffen.

Anzeichen und Symptome

Bei den meisten Menschen äußert sich eine Infraktion als Schmerz oder unangenehmes Gefühl beim Kauen oder bei Kontakt der Zähne mit heißen oder kalten Lebensmitteln oder Getränken. Dabei hält der Schmerz im Gegensatz zu Karies nicht an.